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Volkssternwarte Würzburg e.V.

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In der Sternwarte
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Was ist eine Sternwarte? Eine Sternwarte ist im Wesentlichen nichts anderes als ein Geräteschuppen. Er muss allerdings bestimmte Bedingungen erfüllen. In ihm sollen Fernrohre zur Himmelsbeobachtung sicher aufbewahrt werden, andererseits soll er die Beobachtung mit diesen Instrumenten ermöglichen. Schon kurz nach Erfindung des Teleskops bemerkte man, dass eine Beobach-tung durchs Fensterglas die Bildqualität stark beeinträchtigt. Kein Wunder, im Fernrohr benutzt man exakt geschliffene Linsen, und dann setzt man billiges gewalztes (früher: gegossenes) Glas davor! Das ist heute nicht anders, deshalb muss das Dach über der Sternwarte zum Öffnen sein, und die Fernrohre stehen direkt im obersten Stockwerk, egal wieviele Stockwerke vorhanden sind. Damit in jede Richtung beobachtet werden kann, ist das Dach drehbar, und damit das Fernrohr in jede Richtung blicken kann, sitzt es auf der sogenannten Montierung. Ein Motor (oder mehrere) bewegen das Fernrohr so, dass es die anvisierten Objekte stets im Blickfeld behält - heute natürlich alles computergesteuert.
In modernen Sternwartenbauten ist das Dach oft komplett versenkbar, da man inzwischen gelernt hat, dass die traditionellen Kuppeln oft wilde Luftturbulenzen an der Fensteröffnung erzeugen, die die Bildqualität negativ beeinflussen.

Nach der Renovierung der Sternwarte zum 25-jährigen Bestehen des Vereins Volkssternwarte Würzburg e.V. im Jahr 2010 konzentrierten wir uns auf eine komplette Erneuerung des inzwischen in die Jahre gekommenen Geräteinventars. Nach dem großen "Update" konnten die neuen Teleskope in der Kuppel Mitte 2016 in Betrieb genommen w
Aufbau der neuen Teleskopeerden.

"First Light"


Uns stehen jetzt drei moderne Teleskope für verschiedene Einsatzbereiche zur Verfügung. Hauptinstrument ist ein Spiegelteleskop der Firma Meade mit 406 mm Öffnung und einer Brennweite von 4 Metern. Damit lassen sich sowohl feinste Einzelheiten auf Planeten als auch schwache ferne Himmelsobjekte wie zum Beispiel Spiralnebel beobachten. Dazu kommt ein von unserem Vereinsmitglied Ralf Mündlein geplantes, konstruiertes und selbst gebautes Linsenteleskop mit 160 mm Linsendurchmesser und 1,6 m Brennweite. Es ist besonders für die Sonnen- und Mondbeobachtung geeignet, aber auch bei unruhiger Luft besser als der Spiegel für die Planetenbeobachtung geeignet, da es nicht so empfindlich auf Turbulenzen reagiert. Vervollständigt wird das Set durch ein weiteres kleines Linsenfernrohr mit nur 9 cm Öffnung und 90 cm Brennweite, das von der Optik her ideal zu unserem Sonnenfilter passt und dadurch die Beobachtung von Sonneneruptionen erlaubt:
H-Alpha-FilterSonneneruption am 23. Mai 2009
OkularDazu kommen verschiedene Okulare für Vergrößerungen zwischen 20- und 500-fach, je nach Einsatzgebiet, sowie mehrere Zenitspiegel, mit denen man den Einblick ins ZenitprismaFernrohr auf eine ergonomischere Position verlegen kann. Mit Kameras und Farbfiltern können Aufnahmen der Himmelsobjekte angefertigt werden. Ein Computer und ein 80cm-Monitor erlauben während einer Führung, den aktuellen Sternhimmel mit einem Planetariumsprogramm zu zeigen sowie Himmelaufnahmen zur Verdeutlichung des am Fernrohr Gesehenen einzublenden. Auch die Kamera kann angeschlossen werden und so spezielle Himmelsereignisse wie Transite oder Verfinsterungen gleichzeitig für alle Besucher sichtbar machen.

Im folgenden Video können Sie den Umbau nachverfolgen. Montiert wird statt des Sonnenteleskops aber noch der alte Zeiss-Refraktor:



Da sich danach aber Stabilitätsprobleme ergaben, wurde das kleine Spacewatcher-Teleskop angeschafft und statt des Zeiss-Refraktors montiert, das auf dem Bild weiter oben zu sehen ist.

Wer schon weiß, wie Fernrohre funktionieren - oder wer erstmal gucken will - kann hier gleich weiter zum Mondspaziergang weiter



Wie funktionieren die Fernrohre? Zunächst gibt es einen Unterschied, einmal gibt es die Linsenfernrohre, dann die Spiegelfernrohre. Beiden gemeinsam ist, dass man über das Okular, eine (kleine) Linse hineinblickt. Zum Auffangen des Sternlichts dient aber dann entweder ein (Hohl-)Spiegel oder eine Linse.
Das Linsenfernrohr ist das ältere System, es wurde am Anfang des 17. Jhdts. erfunden und gleich von Galileo Galilei zur Himmelsbeobachtung eingesetzt. Benutzt wird die Tatsache, dass ein Glasprisma die Lichtstrahlen "bricht". Die Wirkung einer Linse kann man anhand zweier Prismen verdeutlichen:
Lichtbrechung in Prisma und Linse
Beim Spiegelfernrohr wird die Tatsache benutzt, dass ein Spiegel die Licht-strahlen im gleichen Winkel zurückwirft.
Hohlspiegel
Während ein Prisma aber die Farben unterschiedlich stark bricht, der Brenn-punkt also farbabhängig ist, ist die Ablenkung beim Spiegel für alle Farben gleich. Fernrohre mit Einzellinsen haben also einen sogenannten Farbfehler, den man durch die Kombination von Linsen aus unterschiedlichen Glassorten einigermaßen korrigieren kann.
Spiegelteleskope haben zwar keine Farbfehler, jedoch werden bei einem Spiegel in Form eines Kugelabschnitts die Strahlen vom Randbereich immer weiter nach innen gelenkt. Um diesen Abbildungsfehler zu korrigieren, muss man den Spiegel außen etwas abschleifen ("parabolisieren"), was teuer ist, oder eine sogenannte Korrekturplatte vor das Fernrohr setzen.

Der Aufbau eines Linsenfernrohrs ist schematisch etwa:
Linsenfernrohr
und der unseres Spiegelteleskops
Schmidt-Cassegrain-Teleskop

--- wird fortgesetzt ---


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